Backgammon ist eines der ältesten Brettspiele der Welt – seine Geschichte reicht über 5.000 Jahre zurück. Es vereint Strategie und Glück auf einzigartige Weise: Während die Würfel für Spannung und Unvorhersehbarkeit sorgen, entscheidet die taktische Klugheit der Spieler über Sieg und Niederlage. Backgammon wird von zwei Spielern auf einem Brett mit 24 schmalen Dreiecken (den sogenannten „Zungen“ oder „Points“) gespielt.
Spielziel
Ziel ist es, alle eigenen 15 Spielsteine über das Brett in das eigene Heimfeld zu bringen und sie dann vom Brett zu nehmen (das sogenannte „Abtragen“ oder „Auswürfeln“). Der Spieler, der als erster alle Steine abgetragen hat, gewinnt die Partie.
Spielbrett und Aufstellung
Das Brett besteht aus 24 Dreiecken (Points), die in vier Quadranten mit je sechs Points unterteilt sind. Jeder Spieler hat 15 Steine, die nach einer festen Startaufstellung auf dem Brett verteilt werden. Die Points sind von 1 bis 24 nummeriert, wobei Point 1 im eigenen Heimfeld liegt und Point 24 im Heimfeld des Gegners.
Startaufstellung: Jeder Spieler platziert je 2 Steine auf Point 24, 5 Steine auf Point 13, 3 Steine auf Point 8 und 5 Steine auf Point 6 (aus eigener Sicht).
Spielablauf
Die Spieler würfeln abwechselnd mit zwei Würfeln und bewegen ihre Steine entsprechend der Augenzahl in Richtung des eigenen Heimfelds. Dabei gelten folgende Regeln:
- Jeder Würfel wird einzeln verwendet – ein Spieler darf einen Stein um die Augenzahl des ersten Würfels und denselben oder einen anderen Stein um die Augenzahl des zweiten Würfels bewegen.
- Bei einem Pasch (beide Würfel zeigen die gleiche Zahl) darf die gewürfelte Augenzahl viermal gezogen werden.
- Ein Stein darf nur auf einen Point gesetzt werden, der frei ist, von eigenen Steinen besetzt ist oder auf dem höchstens ein gegnerischer Stein steht.
- Alle gewürfelten Züge müssen ausgeführt werden, wenn dies möglich ist.
Schlagen und die Bar
Steht nur ein einzelner Stein eines Spielers auf einem Point (ein sogenannter „Blot“), kann dieser vom Gegner geschlagen werden. Der geschlagene Stein wird auf die Bar (die Mittelleiste des Bretts) gesetzt und muss von dort im gegnerischen Heimfeld wieder eingewürfelt werden, bevor der Spieler andere Züge machen darf.
Abtragen (Auswürfeln)
Sobald ein Spieler alle 15 Steine in sein Heimfeld (Points 1–6) gebracht hat, darf er mit dem Abtragen beginnen. Dabei wird für jeden Würfel ein Stein vom entsprechenden Point entfernt. Zeigt ein Würfel eine höhere Zahl als der höchste besetzte Point, wird ein Stein vom höchsten besetzten Point abgetragen.
Spielende
Wer zuerst alle 15 Steine vom Brett abgetragen hat, gewinnt. Bei einer besonders deutlichen Niederlage spricht man von einem Gammon (der Verlierer hat noch keinen Stein abgetragen) oder sogar einem Backgammon (der Verlierer hat noch Steine auf der Bar oder im gegnerischen Heimfeld).
Häufige Fragen und Antworten
Ist Backgammon ein Glücks- oder Strategiespiel?
Backgammon ist eine Mischung aus beidem. Die Würfel bringen ein Zufallselement ins Spiel, aber auf lange Sicht gewinnt der strategisch bessere Spieler. Profis achten auf Wahrscheinlichkeiten und positionelle Vorteile.
Was passiert bei einem Pasch?
Bei einem Pasch (z. B. zwei Vieren) darf der Spieler die Augenzahl viermal ziehen – also viermal vier Felder. Das kann sehr mächtig sein und das Spiel schnell verändern.
Was ist ein Blot?
Ein Blot ist ein einzelner, ungeschützter Stein auf einem Point. Er kann vom Gegner geschlagen und auf die Bar gesetzt werden. Es empfiehlt sich, Blots zu vermeiden oder sie nur bewusst einzugehen, wenn das Risiko vertretbar ist.
Muss man immer alle Würfelzahlen nutzen?
Ja, wenn es möglich ist, müssen beide Würfelzahlen genutzt werden. Kann nur eine verwendet werden, muss die höhere gewählt werden. Ist kein Zug möglich, wird ausgesetzt.
Was ist der Verdopplungswürfel?
Der Verdopplungswürfel ist eine Besonderheit im Backgammon. Ein Spieler kann vor seinem Zug anbieten, den Spielwert zu verdoppeln. Der Gegner kann annehmen oder aufgeben. Dieses Element kommt vor allem im Turnierspiel und bei Spielen um Punkte zum Einsatz.
Welche Tipps gibt es für Anfänger?
- Versuche, deine Steine in Gruppen zu halten, um keine Blots zu lassen.
- Besetze wichtige Points (besonders Point 5 und Point 4 im eigenen Heimfeld) frühzeitig.
- Schlage gegnerische Blots, wenn du die Gelegenheit hast.
- Bringe deine hinteren Steine (auf Point 24) möglichst früh in Bewegung.
- Achte auf die Wahrscheinlichkeiten – überlege, welche Würfelkombinationen deinen Stein treffen können.
Ab welchem Alter kann man Backgammon spielen?
Backgammon ist für Kinder ab etwa 8 Jahren geeignet. Die Regeln sind etwas umfangreicher als bei Mühle oder Dame, aber mit etwas Übung schnell verstanden.
Hier geht es zum Spiel:









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